Zuckeraustauschstoffe fördern Diabetes

Französische Forscher warnen vor kalorienarmen Softdrinks

Ein Bericht von Nikola Henze

 

Mai 2013 – Light-Drinks sind ungezuckerte Limonaden, die mit kalorienfreien Austauschstoffen für einen süßen Geschmack sorgen und damit erheblich weniger Kalorien besitzen als herkömmliche Softdrinks wie Cola, Fanta und Co. Mit dem Umstieg auf diese so gut wie kalorienfreien Getränke reden sich viele Menschen ihren süßen Getränkekonsum gut, weil sie glauben, dadurch nicht zuzunehmen. Doch nun schlagen Wissenschaftler vom französischen Forschungsinstitut INSERM Alarm: Süßstoffhaltige Getränke fördern das Risiko, an Diabetes zu erkranken.

Nachdem die Forscher unter Leitung von Francoise Clavel-Chapelon und Guy Fagherazzi Informationen zu den Ernährungsgewohnheiten von rund 66.000 Frauen seit 1993 ausgewertet hatten, kamen sie zu dem Schluss, dass der Konsum sowohl von zuckerhaltigen wie auch zuckerfreien Limonaden ein größeres Risiko birgt, an Diabetes zu erkranken, als wenn die befragten Frauen natursüße Fruchtsäfte tranken.

Im Vergleich schnitten die Light-Produkte, die mit Zuckeraustauschstoffen gesüßt werden, sogar noch schlechter ab als gezuckerte Softdrinks: Wie die Wissenschaftler im amerikanischen „Journal of Clinical Nutrition“ berichten, steigerte der Konsum von einem halben Liter Light-Drinks pro Woche das Risiko um 15 Prozent, diese Stoffwechselerkrankung zu entwickeln. Wenn die Frauen von den kalorienarmen Limos aber wöchentlich eineinhalb Liter tranken, stieg das Risiko für Diabetes sogar um 59 Prozent.

Bei der Stoffwechselerkrankung Diabetes stellt die Bauchspeicheldrüse mit der Zeit  die für die Verwertung von Kohlehydraten notwendige Insulinproduktion ein (=Diabetes Typ 2, sogenannter Altersdiabetes). Auch wenn eine kohlehydratarme Diät ab sofort eingehalten wird, regeneriert sich bei den meisten Betroffenen der Körper nicht mehr vollständig, sodass es auf Dauer notwendig wird, Insulin zu spritzen.

Noch rätseln die Forscher, wieso mit Süßstoff gesüßte Getränke offenbar auch die Insulinproduktion ankurbeln und eine chronische Überlastung der Bauchspeicheldrüse und damit Diabetes auslösen, obwohl sie so gut wie keine Kohlehydrate enthalten. Eine mögliche Erklärung, die laut Clavel-Chapelon und Fagherazzi verifiziert werden müsste, liege darin, dass Süßstoffe wie zum Beispiel Aspertam, den Blutzuckerspiegel genauso ansteigen lassen wie Zucker.

Ernährungsspezialisten vermuten, dass allein der süße Geschmack der kalorienarmen Light-Getränke die Insulinproduktion anregt und – weil die Getränke keine Kalorien enthalten – dann zu Heißhunger führt. Dieser werde dann mit kohlehydratreichen Produkten wie Schokolade und süßen Energieriegeln gestillt, was wiederum die Entwicklung von Diabetes fördert.

Quellen: AFP, Focus, Nürnberger Nachrichten: Sonntagsblitz